»Arbeitstitel«

vom Provisorium zum Produkt
von Johanna Dehio

Heiss geliebt oder doch nur schwer geduldet: Provisorien begegnen uns überall!

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In Ihrer Diplomarbeit geht Johanna Dehio der Frage nach, was bei der eigenen Produktentwicklung von Provisorien gelernt und was von ihrem besonderen Charme übernommen werden kann.
Dem Projekt ging eine Recherche und Analyse von Begriffen voraus, die sich auf den Umgang mit Provisorien und Ihre Entstehung beziehen, wie: Improvisation, Intuition, Perfektion und Imperfektion, und die Ästhetik von Unperfektem, Partizipation, Spiel u.a.
Bereitschaft zur Improvisation und Mut zum Offenen sind für sie eine wichtige Voraussetzung für Gestaltung. Am Anfang steht der Versuch, den Blick für das Positive an situativ entstandenen Lösungen zu schärfen und deren Schönheit zu erkennen. Das Ergebnis ist eine Reihe von Entwürfen, die ein Gefühl von Offenheit und Leichtigkeit vermitteln.
Die »Hockerbank« ist inspiriert an provisorischen Sitzgelegenheiten. Die Serie besteht aus mehreren Hockern, die durch eine Bankplatte mit runden Aussparungen zu einer Sitzbank ergänzt werden können, und kleinen, runden Tischen, die ebenso in eine lange Tafel verwandelt werden können. Alle Einzelteile sind mit unterschiedlichen Hölzern furniert, so entsteht ein lebendiges Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile. Sogar in ungenutztem Zustand geben die Bank- und Tischplatten, angelehnt an die Wand, ein ästhetisches Bild ab.
Die »Kleiderstiele« stellen eine einfache Form der Garderobe dar: die Bügel an den langen Stielen werden mit Kleidung behängt und ohne jegliche Montage einfach wieder an die Wand gelehnt. Die »Drahtbank« besteht aus einem Hocker- und einem Stuhlgestell, die erst dann vollständig sind, wenn der Nutzer sie mit einem Material seiner Wahl ergänzt: ob Bretter, Platten, oder altes Holz – alles, was passt und gefällt kann in die Rahmen geschoben werden. Die Bank ermöglicht viele Varianten und fordert zur Mitgestaltung durch den Nutzer auf.
Auch die »Wandwinkel« sind inspiriert an einer provisorischen Handhabe wie die eines »nur« an die Wand gelehnten Spiegels. In einem bestimmten Winkel angelehnt sind die Wandwinken, ein Spiegel und eine Ablage, ohne jegliche Montage stabil.
Johanna Dehio, in München geboren, lebt und arbeitet in Berlin und hat an der Fachhochschule Potsdam und der UDK Berlin Produktdesign studiert. Während des Studiums realisierte sie gemeinsam mit einem Netzwerk von jungen Gestaltern kulturelle Projekte wie Vorträge und Ausstellungen in Berlin und Mailand. Praktische Erfahrungen sammelte sie unter anderem bei Jerszy Seymour in Berlin und Richard Hutten in Rotterdam.

Vernissage:
Samstag, 2. Oktober, 19–22 Uhr
Ausstellung:
4. Oktober bis 6. Oktober, 12–18 Uhr
Galerie: erstererster,
Pappelallee 69, 10437 Berlin
Johanna Dehio
+49 (0)30 30 13 51 89
johanna.dehio(at)erstererster.de
www.johannadehio.de