»burning down the house« & »das letzte Haus«

Die Galerie »erstererster« präsentiert in Zusammenarbeit mit Wiebke Loeper
(Prof. für Fotografie an der FH-Potsdam) Fotografien von Antje Stürholz und Norman Behrendt.
»DAS LETZTE HAUS — Adieu Bohème« von Antje Stürholz
»BURNING DOWN THE HOUSE« von Norman Behrendt
Ausstellungseröffnung am Freitag, 22.10.2010, 19 Uhr
in der Galerie erstererster, Pappelallee 69, 10437 Berlin,
U-Bhf Eberswalder Straße
Ausstellung vom 22. bis 31.10.2010
Do. bis Sa., 17 bis 20 Uhr.

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In ihrer Arbeit setzen sie sich mit Fragen der Identität auseinander. Anhand ihrer Bilder zeigen sie, wie stark in diesem Kontext Abhängigkeiten von Ort und Herkunft auf uns einwirken und zu welchen außergewöhnlichen Ergebnissen das Streben nach sozialer Anerkennung führen kann. Beide zielen damit, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln, auf eine individuell geprägte Definition ihrer persönlichen Lebenswelt. Diese ist fähig, Traditionen und überlieferte Normen neu zu interpretieren, bzw. neue Formen von Identitätsstiftung zu definieren.
Antje Stürholz, Jahrgang 1980, stellt Auszüge ihres Zyklus »Das letzte Haus — Adieu Bohème« vor, in dem sie das Leben und die Menschen ihres Wohnhauses dokumentiert. Am Gebäude werden, wie auch im gesamten Kiez-Umfeld, seit geraumer Zeit tiefgreifende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten vorgenommen. Die ursprünglichen Besitzverhältnisse unterliegen einer Umstrukturierung, was mitunter dazu führt, dass Großteile der bisherigen Bevölkerung aus ihrem vertrauten Wohnumfeld verdrängt werden. Diesem allgemein auch als Gentrifizierung bezeichnen Prozess ist Stürholz selbst ausgesetzt. Sie dokumentiert die entsprechenden Veränderungen im Kleinen: Porträts der noch verbliebenen Hausbewohner in ihren Wohnungen, Spuren des Vergangenen im Übergang zu Neuem. Ihre Fotografien erzählen auf eindringliche Weise von der Veränderung, dem Verschwinden, dem Verstummen von Geschichte, die auch unsere eigene sein kann. | mail(at)antjestuerholz.de | www.antjestuerholz.de
Der 1981 geborene Norman Behrendt zeigt Fotografien aus seiner Serie »burning down the house«, welche einen Einblick in die Writer-Szene Berlins gewährt. Die Porträts zeigen teils vermummte, teils offen vor der Kamera sich präsentierende Personen, deren Identität für den Aussenstehenden nicht nachvollziehbar ist. Für den Insider lassen sich jedoch aufgrund bestimmter visueller Codes der Kleidung, der Inszenierung und auch der einbezogenen Örtlichkeiten Zuordnungen treffen, die Hinweise liefern zur Entschlüsselung der Identität des Writers. Auf diese Art und Weise öffnet sich dem Betrachter ein Einblick in eine Welt, die sich abseits der üblichen gesellschaftlichen Normen verortet. Die eindrucksvollen Porträts zeigen die Protagonisten einer Subkultur, welche neue Möglichkeiten der Erfahrung öffentlichen Raumes auslotet. | info(at)normanbehrendt.com | www.normanbehrendt.com
Text / Daniel Klemm