»Grau«

 

Man erinnere sich: als 1998 der angeschlagene Computerhersteller Apple mit dem iMac unsere Vorstellung von einem PC grundlegend veränderte, verdankte sich dies nicht zuletzt wegen der bis dahin ungewohnten Farbigkeit der zudem rundgelutschten All-in-ones. Mittlerweile ist Apple wieder davon abgekommen, die Geräte sind weiß, schwarz oder grau (silber), selbst das regenbogenfarbene Logo wurde eingegraut (anthrazit). Farbe war gut für die Revolution, aber nicht für den Führungsanspruch eines designorientierten Hochtechnologieunternehmens. Auf die pubertäre Schockphase folgte die seriöse Reife.

Schon an dieser Geschichte lässt sich das ambivalente Verhältnis zum Grau (und umgekehrt auch zur Farbe) ablesen. Doch Grau kann noch viel mehr. Ähnlich wie bei anderen Farben ist das Spektrum kultureller Zuschreibungen groß und widersprüchlich. Doch anders als bei anderen Farben wurde die Kulturgeschichte des Grau nie geschrieben. Der Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Marc Schweska hat dem Grau durch die Zeiten und Kontinente nachgespürt. Herausgekommen ist das Portrait einer Nichtfarbe, die zu Unrecht im Schatten(!) von Rot, Gelb und Blau steht.

»Selbst das emotionslose Grau kann tosen und toben, kann Himmel, Meer und Erde aufwühlen, wie man es auf den Bildern John Constables sieht« - Marc Schweska

 

JITTER’s WUNDERBLOCK No.4

mit dem Thema »GRAU«.

Mittwoch, den 13. Februar um 20 Uhr 
Galerie erstererster, Pappelallee 69, Prenzlauerberg

Der Wunderblock bittet um eine Unterstützung von 3 Euro pro Person

Zu Gast ist Marc Schweska, Schriftsteller und Kulturwissenschaftler.

 

Letzte Veröffentlichungen:
Zur Letzten Instanz.
Roman, Die Andere Bibliothek 2011.
»Grau«. In: Merkur 754, 07/2011.
»Das Brettspiel Go. Möglichkeiten absehen, um weiterzukommen – Strategie als Lebenskunst«. In: Lettre International, Nr. 80, 2/2008.