»Khmer Smile«

 

„Im Herbst 2013 habe ich ein Portrait-Projekt in Kambodscha realisiert und damit eine Idee verwirklicht, die mir seit meinem ersten Besuch in diesem kleinen Land im Jahr 2009 nicht mehr aus dem Kopf ging. Es geht um Schmerz, Schicksal und die Art und Weise, wie Menschen damit umgehen und die eigene Realität und Zukunft meistern. Ich habe viele Interviews geführt und Menschen gezielt getroffen oder einfach auf der Straße angesprochen, die mir ihre persönliche Geschichte und ihre Verbindung zu den Grauen der Khmer-Rouge-Zeit erzählt haben. Obwohl damals die eigene Regierung circa zwei Millionen Kambodschaner ermordete, um ihre fanatischen Ideologien durchzusetzen, haben es die Hinterbliebenen, die oft deutlich sichtbare Narben tragen, Gliedmaßen oder das Augenlicht durch Folter oder Landminen verloren haben, geschafft, diesen unvorstellbaren Schmerz hinter sich zu lassen und der Zukunft ebenso mit einem Lächeln zu begegnen wie den vielen Fremden, die ihr kleines und immer noch armes Land besuchen. Dieses „Khmer Smile“, wie ich es genannt habe, hat mich damals zutiefst beeindruckt und mich ehrfürchtig und nachdenklich gemacht, gerade im Hinblick auf mein eigenes Schicksal und jene häufig anzutreffende Unzufriedenheit unserer hochentwickelten westlichen Welt.“

 

Vernissage:
Samstag 31.Mai 2014 ab 17 uhr

Ausstellung:
31.Mai – 17.Juni 2014
Täglich 14–19 Uhr

 

 

 

Nikolai Sperling wurde 1977 in Bonn geboren und verbrachte seine Jugendzeit in Ostfriesland. Nach dem Abitur und Zivildienst studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen und Berlin. Er arbeitete einige Jahre für Gewerkschaften und Arbeitnehmer als Rechtsanwalt in Berlin, bevor er sich 2012 entschied, seiner Leidenschaft für die Fotografie mehr Gewicht zu geben. Die Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen kommt in Sperlings Projekten immer wieder zum Ausdruck und wurde auch bei der Reise nach Kambodscha verfolgt, indem der Fotograf viele Strecken der zehnwöchigen Fotoreise nicht mit dem Flugzeug absolvierte, sondern viele Etappen, darunter Polen, die Ukraine, Moskau, Kirgisistan, China und Myanmar auf dem Landweg bereist wurden, bis er sein Ziel Kambodscha erreichte. Mehr Infos und Fotos unter www.nikolaikiki.com