»Splash«

 

Gespräche über Bilder.
Kuratiert von Dieter Jüdt, Falk Nordmann, Andreas Rauth

Wohltaten des Wassers

Belebende Bilder vom Jungbrunnen
bis zum Swimming Pool

Wasser belebt, erfrischt, reinigt. Wasser ist klar und ursprünglich. Wasser sprudelt. Es kann stehen, fließen, fallen, reißen, toben, spritzen, schaukeln, spülen, es kann wild und friedlich sein, tief und untief. Wasser kann wellen und glucksen und spielen. Dem Wasser entsteigt das Getier und die Göttin der Liebe. Im Wasser lebt der Wal. Wasser ist gut. Gut für den Körper, den Geist, die Seele.

Im Wasser kann man nicht arbeiten, lesen auch nicht, man kann nur wassern. Im Wasser kann man nicht essen und nicht trinken, auch nicht schlafen. Man kann nur wassern. Und das bedeutet, den Körper in einer Weise zu bewegen, die an Land nicht erforderlich und auch nicht möglich ist. Trotzdem hat der Aufenthalt im Wasser Ähnlichkeit mit dem Schlaf. Die Ähnlichkeit besteht im Umfangen-Sein. Schlaf und Wasser hüllen den ganzen Körper ein. Aber im Wasser muss man mit ständiger Bewegung gegen das Sinken angehen. Das Sinken aber ist die Bedingung des Schlafs. Im Schlaf sind wir still in uns selbst aufgehoben. Dem Wasser darf man sich nicht übergeben. Wer ins Wasser sinkt, der ertrinkt.

Im Wasser werden wir langsam. Wasser hemmt unsere Bewegungen, doch dieses Gehemmtsein ist eine Wohltat, sie lässt uns unseren Körper deutlicher spüren. Wir spüren viel stärker, dass wir da sind, in dem eng anliegenden Wasser, das uns hemmt und das durch uns hindurch zu gehen scheint. In dem wir nicht atmen können und das uns dennoch befreit, weil es uns trägt. Im Wasser kann man sich ausstrecken, ohne auf den Boden zu fallen, man kann liegen, ohne die Schwere des eigenen Körpers zu spüren. Im Wasser wird man flächiger, man beginnt zu schweben. Das Eigene verliert an Gewicht.

Text © Andreas Rauth
Am 07. August um 20 Uhr